Es sind vermehrt Anrufe eines angeblichen Gerichtsvollziehers des Amtsgerichts Hagen unter der Anruferkennung des Justizzentrums Hagen (02331 985-0) getätigt worden, der die angerufenen Personen zur unmittelbaren Überweisung von Geldbeträgen aufforderte und anderenfalls die unmittelbare Zwangsvollstreckung androhte.
Außerdem fordern aktuell verschiedene Personen, namentlich ein Herr Uwe Specht, ein Herr Frank Bayer, eine Frau Tanja Kaiser, ein Herr Thomas Scheuring und ein Herr Frank Walter im Namen des Amtsgerichts Hagen sowie angebliche Mitarbeiter/-innen der Firma Eurojackpot bzw. WestLotto (Westdeutsche Lotterie GmbH & Co. KG) per E-Mail unter Vorlage eines offensichtlich falschen Vollstreckungsbescheides bzw. telefonisch unter Hinweis auf ein angeblich abgeschlossenes Gewinnspielabonnement die Zahlung eines erheblichen Geldbetrages zur Beendigung des Verfahrens.
Es handelt sich dabei jeweils um Betrugsmaschen (u.a. durch sog. Handy-Spoofing). Die Anrufe und Schreiben stammen nicht von Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern des Justizzentrums Hagen. Gehen Sie daher nicht auf die Forderungen ein und wenden Sie sich an das Amtsgericht Hagen oder die Polizei.
Warnung vor Betrug mit gefälschten Gerichtsvollzieher-Zahlungsaufforderungen
Im Rahmen der Betrugsmasche werden potenzielle Betrugsopfer durch ein täuschend echt anmutendes Schreiben dazu aufgefordert, Zahlung an einen Gerichtsvollzieher zu leisten. In den Schreiben wird der Briefkopf von tatsächlich existierenden Gerichtsvollziehern verwendet. Es wird behauptet, dass der Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung einer Forderung beauftragt worden sei. Ferner wird ein angeblich offener Zahlbetrag angegeben. Die angeschriebenen Personen werden aufgefordert, Zahlung auf ein Konto des angeblichen Gerichtsvollziehers zu leisten, um weitere Maßnahmen der Zwangsvollstreckung abzuwenden.
Die betrügerischen Schreiben sind von echten Schreiben eines Gerichtsvollziehers auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden. Wie können Sie also trotzdem prüfen, ob es sich um ein echtes oder gefälschtes Schreiben eines Gerichtsvollziehers handelt? In den gefälschten Schreiben wird häufig angeboten, dass die angeschriebene Person über WhatsApp mit dem angeblichen Gerichtsvollzieher in Kontakt treten kann. Hiesige Gerichtsvollzieher nutzen WhatsApp oder andere Messengerdienste nicht zur Kommunikation mit Ihnen.
Ein Gerichtsvollzieher wird Sie immer darüber informieren, in wessen Auftrag er tätig ist. Außerdem wird er Ihnen benennen, aufgrund welchen Vollstreckungstitels er gegen Sie vollstreckt. Kennen Sie weder den angeblichen Gläubiger noch den in einem Schreiben genannten Vollstreckungstitel sollten Sie wachsam sein. Die Zuständigkeit der Gerichtsvollzieher richtet sich nach dem Wohnsitz des jeweiligen Schuldners. Ein Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts Hagen wird außerhalb Hagens in aller Regel nicht zuständig sein. Wer für Ihren Wohnsitz zuständig ist, können Sie über die Online-Gerichtsvollzieherdatenbank der Justiz NRW prüfen. Gleichen Sie die auf dem Schreiben angegebenen Kontaktdaten und Öffnungszeiten des angeblichen Gerichtsvollziehers mit den Kontaktdaten des für Ihren Bezirk zuständigen Gerichtsvollziehers in der Gerichtsvollzieherdatenbank ab. Spätestens bei Ausführung der Überweisung an den vermeintlichen Gerichtsvollzieher müsste ein Warnhinweis Ihrer Bank erscheinen, dass der Name des Geldempfängers vom Namen des Kontoinhabers abweicht.
